Die Rechtlosen
Autor: Walter Hasenclever
Sprache: Deutsch
Genre: Roman
Broschur, 164 Seiten
Format: 14,0 x 21,0 cm
Ladenpreis: 12,00 €
ISBN: 978-3-96026-097-4
Erscheint Juni 2026
Walter Hasenclever schildert seine mehrwöchige Gefangenschaft im Fort-Carré in Antibes, Frankreich, wohin er vor den Nazis geflüchtet war. Nach der Kriegserklärung sperrte die französische Republik alle männlichen deutsch-jüdischen Flüchtlinge als "feindliche Ausländer" ein, ein heute vergessenes Kapitel der Flüchtlingsgeschichte des letzten Jahrhunderts. In dem Roman schildert Hasenclever diese Tage voller Angst und Ungewissheit, aber stets mit leidem Humor; seine Eindrücke, das Aufbegehren, die Verzweiflung, den Streit der Gefangenen und die Stimmung in Frankreich kurz vor dem Einmarsch, den niemand antizipierte.
Die Rechtlosigkeit. Das Gehetztsein. Der Fluch der Entwurzelung. Das Nicht-mehr-auf-den-Füßen-stehen. Wie die Katze in Los Angeles.
Ich sehe einen schwarzen Fleck auf dem Trottoir. Der Hund hat sich von der Leine gerissen. Er läuft mir nach auf seinen kurzen Beinen. Im Zickzack, die Schnauze zur Erde gesenkt. Wenn er nur nicht überfahren wird!
Ich kann nichts mehr tun. Ich kann keinem mehr helfen. Bleibt am Leben, meine Kinder.
Walter Hasenclever, Dramatiker und Poet, wurde 1890 in Aachen geboren. Er studierte Jura in Oxford und Lausanne. 1910 veröffentlichte er in Leipzig seinen ersten Gedichtband; 1914 gelang ihm mit „Der Sohn“ sein erstes erfolgreiches Theaterstück. Im Ersten Weltkrieg meldete er sich freiwillig, lehnte den Krieg jedoch bald ab. Er zog nach Berlin und lebte dort in einer Künstlerkolonie.
1924 ging er als Korrespondent nach Paris, schrieb aber weiterhin Komödien sowie ein Drehbuch für Metro-Goldwyn-Mayer. 1932 verfassten Hasenclever und Kurt Tucholsky zusammen die Komödie „Christoph Kolumbus oder Die Entdeckung Amerikas“. Als die Nazis an die Macht kamen, wurden seine Bücher verboten und verbrannt.
Hasenclever ging ins Exil nach Nizza, wo er 1934 Edith Schläfer heiratete. Er reiste mehrmals nach London und wurde zwischenzeitlich in Italien interniert. Nach der französischen Kriegserklärung wurde er in Frankreich als „feindlicher Ausländer“ mehrfach inhaftiert, zuletzt im Lager Camp des Milles. Am 22. Juni 1940 nahm er sich das Leben, um nicht in die Hände der Nazis zu fallen.
